Auf einer Baustelle liegen zwischen Vorschrift und Wirklichkeit oft nur ein paar Meter und ein paar Minuten. Der Helm kommt bei Hitze runter, die Warnweste bleibt im Transporter, jemand betritt einen Bereich, der eigentlich gesperrt sein sollte. Sicherheitsverantwortliche können nicht auf allen Baustellen gleichzeitig sein, und Papier-Checklisten zeigen nur, wie es beim letzten Rundgang aussah. Wir haben SafeGuard entwickelt, um diese Lücke mit künstlicher Intelligenz zu schließen. Das jüngste Update bringt eine Funktion, die sich Bauteams lange gewünscht haben: 360°-Ferninspektionen.
Das Problem, von dem wir ausgingen
HSE-Manager, Sicherheitskoordinatoren und Bauunternehmen sagten uns alle dasselbe: Die Regeln sind klar, aber ihre Kontrolle ist langsam und lückenhaft. Eine Person betreut oft mehrere Baustellen, jede Begehung kostet Fahrzeit, und wenn etwas passiert, lässt sich schwer rekonstruieren, was geschehen ist, und belegen, dass kontrolliert wurde. Wir wollten ein Werkzeug, das kontinuierlich hinschaut, im richtigen Moment Alarm schlägt und eine nachvollziehbare Dokumentation hinterlässt.
Was SafeGuard kann
SafeGuard ist ein KI-gestützter Sicherheitsaufseher für Baustellen. Für den Einstieg reicht eine Smartphone-Kamera oder eine fest installierte Baustellenkamera.
- Live-Monitoring: Computer Vision prüft in Echtzeit die persönliche Schutzausrüstung wie Helm, Warnweste und Handschuhe und erkennt riskantes Verhalten. Gefahrenbereiche lassen sich per Geofencing festlegen.
- Sofortige Alarme: Jeder Verstoß löst eine Meldung mit Momentaufnahme als visuellem Beleg aus, damit sofort gehandelt und der Vorfall dokumentiert werden kann.
- Dashboard und Berichte: Compliance-Score, Verstöße pro Tag und Entwicklung der Baustelle, dazu PDF-Berichte für Audits und Sicherheitsbesprechungen.
- AI Safety Auditor: ein Assistent, der Fragen zu Arbeitsschutz und Vorschriften beantwortet, Checklisten erstellt und bei der Analyse von Beinahe-Unfällen hilft.
- Mehrere Baustellen: eigene Geofences pro Baustelle und Nutzer mit unterschiedlichen Rollen. Der Zugang erfolgt über ein vom Unternehmen bereitgestelltes Konto auf dem unternehmenseigenen Server.
Neu im September: 360°-Ferninspektionen
Version 1.5, im September 2026 im App Store und bei Google Play erschienen, bringt 360°-Teleinspektionen. Mit einer 360-Kamera (das Update unterstützt die Insta360 Pro 2) kann ein Prüfer die Baustelle aus der Ferne begehen, live mit geringer Latenz oder später anhand einer Aufzeichnung.
- Befunde werden mit Notiz, Schweregrad und einem Foto genau der Ansicht erfasst, die der Prüfer gerade betrachtet hat.
- Jede Baustelle hat ihr eigenes Inspektionsarchiv, sodass sich Begehungen im Zeitverlauf vergleichen lassen.
- Bereits zusammengefügte 360-Aufnahmen können hochgeladen und genauso ausgewertet werden.
- Auf einer Meta-Quest-Brille lässt sich die Inspektion über den Browser der Brille öffnen, für einen noch immersiveren Rundgang.
Der praktische Nutzen ist einfach: Wer mehrere Baustellen koordiniert, kann häufiger kontrollieren, ohne den ganzen Tag im Auto zu sitzen, und jeder Befund ist einem genauen Punkt auf der Baustelle zugeordnet.
Auf der Baustelle ist KI dann wirklich nützlich, wenn sie aus einer gelegentlichen Kontrolle eine kontinuierliche macht und festhält, was sie gesehen hat.
Was wir bei der Entwicklung gelernt haben
Einen Helm auf einem sauberen Bild zu erkennen, ist der einfache Teil. Die eigentliche Arbeit steckt im Drumherum: Staub, Blendung, Menschen, die halb hinter Gerüsten verschwinden, Kameras, die von einem Tag auf den anderen umgestellt werden. Alarme müssen nützlich sein und dürfen nicht zum Rauschen werden, sonst schaut niemand mehr hin. Deshalb hat jede Meldung eine Momentaufnahme, und die Berichte konzentrieren sich auf Trends statt auf Einzelereignisse.
Außerdem haben wir gelernt, dass KI an einer Arbeitsplatzkamera mit Bedacht eingeführt werden muss. Beschäftigte sollten wissen, was überwacht wird und warum, die Daten sollten unter der Kontrolle des Unternehmens bleiben, und das System sollte Menschen unterstützen, nicht ihr Urteil ersetzen. Mit DSGVO und EU-KI-Verordnung gehört Transparenz über KI-Systeme am Arbeitsplatz zu einer sauberen Umsetzung, sie ist kein Nebenaspekt. Genau deshalb läuft SafeGuard auf dem Server des Unternehmens mit rollenbasierten Zugriffsrechten.
Wie man anfängt
Für ein Bauunternehmen ist ein sinnvoller erster Schritt eine Baustelle, ein oder zwei Kameras und eine klare Liste, worauf geachtet wird: Schutzausrüstung, ein paar Gefahrenbereiche und ein Wochenbericht, der in der Sicherheitsbesprechung durchgegangen wird. Sobald das Team den Alarmen vertraut, lässt sich dieselbe Disziplin mit 360°-Ferninspektionen auch auf schwer erreichbare Baustellen ausweiten.
SafeGuard ist im App Store und bei Google Play erhältlich; der Zugang erfordert ein vom Unternehmen bereitgestelltes Konto.
Wie Vivig helfen kann
SafeGuard gehört zu den Apps, die wir bei Vivig Consulting konzipieren, entwickeln und veröffentlichen, jeweils mit KI dort, wo sie Zeit spart oder Fehler verhindert. Wenn in Ihrem Unternehmen ein Prozess davon abhängt, dass jemand Dinge mit bloßem Auge prüft, helfen wir Ihnen herauszufinden, ob KI das richtige Werkzeug ist, und unser AI Evolution Program schult Teams im sinnvollen Umgang mit diesen Werkzeugen. Sprechen Sie uns an, um über Ihr Projekt zu reden.